Eucharistische Wunder: Lanciano und andere Hostienwunder
Als eucharistisches Wunder oder Hostienwunder gilt ein Ereignis, bei dem an konsekriertem Brot oder Wein etwas Außergewöhnliches sichtbar wird. Lanciano ist das älteste bekannte Beispiel, aber nicht das einzige.
Die bekanntesten historischen Fälle
Aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit sind vor allem diese überliefert:
- Lanciano, Italien (8. Jahrhundert): Hostie und Wein werden zu Fleisch und Blut.
- Bolsena, Italien (1263): Aus einer Hostie tropft Blut auf das Altartuch. Das Tuch wird im Dom von Orvieto aufbewahrt; ein Jahr später führt Papst Urban IV. das Fronleichnamsfest ein.
- Santarém, Portugal (13. Jahrhundert): eine blutende Hostie, bis heute in der Kirche Santo Estêvão verehrt.
- Siena, Italien (1730): Gestohlene Hostien werden wiedergefunden und sind bis heute unverdorben erhalten.
Fälle der Gegenwart
Auch aus jüngerer Zeit gibt es Berichte, die untersucht wurden:
- Buenos Aires, Argentinien (1996): rötliche Substanz an einer Hostie in der Pfarrei Santa María.
- Tixtla, Mexiko (2006): eine Hostie mit rötlicher Flüssigkeit; 2013 vom Ortsbischof anerkannt.
- Sokółka, Polen (2008): Pathologen aus Białystok beschrieben Gewebe, das Herzmuskel ähnelt.
- Legnica, Polen (2013): 2016 vom Bischof zur Verehrung freigegeben.
Wie die Kirche solche Ereignisse beurteilt
Zuständig ist der Ortsbischof. Er lässt den Fall untersuchen und kann die Verehrung erlauben. Eucharistische Wunder zählen zu den Privatoffenbarungen: Katholiken dürfen an sie glauben, müssen es aber nicht. Der Glaube an die Gegenwart Christi in der Eucharistie hängt nicht von ihnen ab.
Was Lanciano besonders macht
Lanciano ist das früheste überlieferte Ereignis dieser Art, und die Reliquien sind erhalten und zugänglich. Mit der Untersuchung von 1970/71 liegt zudem eine in einer Fachzeitschrift veröffentlichte Analyse vor. Bekannt gemacht hat die eucharistischen Wunder in jüngster Zeit der 2025 heiliggesprochene Carlo Acutis mit seiner Online-Ausstellung.
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