Wissenschaftliche Beweise für das Hostienwunder von Lanciano
Was ist belegt, was nicht? Die Ergebnisse der Untersuchung von 1970/71 im Überblick, mit den Einwänden, die man kennen sollte.

Die fünf Befunde von Odoardo Linoli
Linoli fasste seine Untersuchung 1971 in fünf Punkten zusammen:
- Das Fleisch ist echtes Fleisch: quergestreiftes Muskelgewebe des Herzens (Myokard).
- Das Blut ist echtes Blut.
- Fleisch und Blut stammen vom Menschen.
- Beide haben dieselbe Blutgruppe: AB.
- Die Eiweiße des Blutes sind in Verhältnissen verteilt, wie man sie bei frischem Blutserum findet.
Weitere Beobachtungen
Im Blut wies Linoli Chloride, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium und Kalzium nach. Hinweise auf Stoffe zur Konservierung oder Mumifizierung fand er nicht. Im Gewebeschnitt beschrieb er Strukturen, die er als Herzmuskel mit Anteilen der Herzinnenhaut deutete.
Was die Befunde nicht beweisen
Die Untersuchung belegt, woraus die Reliquien bestehen. Sie sagt nichts darüber, wie alt sie sind und wie sie entstanden. Eine Radiokarbondatierung oder DNA-Analyse wurde nicht veröffentlicht, und die Studie wurde bisher nicht von einem unabhängigen Labor wiederholt.
Ob man in Lanciano ein Wunder sieht, bleibt deshalb eine Frage des Glaubens. Die katholische Kirche verpflichtet niemanden, an einzelne eucharistische Wunder zu glauben.
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